Der Platz auf der Bank
Es gibt diesen Platz auf der Bank,
mitten zwischen Türen, Stimmen
und dem ständigen Kommen und Gehen.
Wenn innen alles zu eng wird,
setze ich mich dorthin.
Nicht um wegzulaufen —
eher um kurz nicht unterzugehen.
Ich schaue den Flur entlang,
beobachte Gespräche, Schritte, Gesichter.
Das Leben der Station zieht vorbei
und für einen Moment
zieht es mich mit heraus aus mir selbst.
Manchmal setzt sich jemand dazu.
Ganz ohne großes Fragen.
Manche reden.
Über Wetter, Kaffee, Erinnerungen
oder über gar nichts Wichtiges.
Manche schweigen einfach mit mir.
Und seltsamerweise
fühlt sich selbst das weniger allein an.
Dieser Platz auf der Bank
kennt Tränen, Müdigkeit, Leere.
Aber auch kleine Atemzüge dazwischen.
Ein kurzes Anlehnen ans Leben.
Bis ich wieder aufstehen kann.