Der Weg zur Weite

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Der Weg zur Weite

Wenn die Nacht mich einholt
und Bilder zurückkehren,
die ich nicht sehen will,
wenn mein Herz zu schnell schlägt
und mein Körper nicht mehr weiß,
dass die Gefahr vorbei ist,

dann gehe ich zu meinem inneren Ort.

Dort wartet ein Garten auf mich.
Warm und geborgen.
Voller Leben und voller Kraft.

Zwischen hohen Bäumen
schwingt eine Hängematte.
Blumen wachsen wild,
Pflanzen strecken sich dem Licht entgegen
und ein kleiner Wasserfall fließt
als Bach weiter Richtung Meer.

Das Meer sehe ich zuerst nicht.

Ich muss den schmalen Weg
durch die Büsche gehen,
bis sich die Weite vor mir öffnet.

Über mir zieht ein Rotmilan seine Kreise.
Ich bin allein
und doch nicht einsam.

Eine Katze liegt auf mir,
schenkt mir Wärme und Gewicht,
während Vogelstimmen
den Himmel füllen.

Hier darf ich sein.

Mutig.
Stark.
Fürsorglich.
Ruhig.

Alles, was mich belastet,
bleibt vor dem Eingang zurück.
Die Selbstzweifel.
Die Traurigkeit.
Die Angst.

Sie dürfen warten.

Ich setze mich an den Strand
und lausche den Wellen.

Die Gefühle kommen und gehen,
wie das Wasser am Ufer.

Und ich atme mit ihnen.

Ein.

Aus.

Ein.

Aus.

Mit jeder Welle kehrt etwas zurück,
das ich draußen manchmal verliere:

Frieden.

Hoffnung.

Die Gewissheit,
dass ich immer wieder hierherfinden werde.

Denn dieser Ort gehört mir.

Und egal, wann ich komme,
egal, wie ich komme,

ich bin hier immer willkommen.