Gefühle als Teil des Lebens
Gefühle sind nicht der Feind.
Sie kommen nicht, um uns zu zerstören.
Nicht die Angst.
Nicht die Trauer.
Nicht die Wut,
die plötzlich wie ein Gewitter
durch den Brustkorb zieht.
Gefühle sind erst einmal nur da.
Wie Wetter.
Wie Ebbe und Flut.
Wie ein Zittern in den Händen,
wenn das Herz versucht,
etwas auszuhalten.
Und manchmal sagen Menschen:
„Gefühle sind egal.“
Vielleicht meinen sie damit,
dass man ihnen nicht blind folgen darf.
Dass Angst nicht immer Wahrheit ist.
Dass Traurigkeit nicht bedeutet,
dass alles verloren ist.
Und trotzdem sind Gefühle nicht bedeutungslos.
Denn sie gehören zu uns.
Zu jedem Menschen.
Auch die dunklen.
Auch die unbequemen.
Man darf sie fühlen.
Ohne sich dafür zu schämen.
Ohne sie sofort wegzudrücken.
Ohne stark wirken zu müssen.
Denn ein Gefühl,
das gefühlt werden darf,
muss irgendwann nicht mehr schreien.
Vielleicht ist genau das der Unterschied:
Gefühle bestimmen nicht unser ganzes Leben.
Aber sie verdienen einen Platz darin.
Nicht als Feind.
Nicht als Schwäche.
Sondern als etwas,
das gesehen werden möchte,
bevor es weiterziehen kann.