Gescheitert oder einfach ein Fehler?

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Gescheitert oder einfach ein Fehler?

Wir waren unterwegs.
Eine andere Stadt,
andere Straßen,
andere Gedanken.

Wir haben gelacht,
Kaffee getrunken,
Geschichten geteilt
und für einen Augenblick
fühlte sich das Leben leicht an.

Ich habe vergessen,
wie viel mein Körper gerade braucht.
Nicht aus Nachlässigkeit.
Nicht, weil es mir egal war.

Ich habe einfach gelebt.

Erst auf der Rückfahrt
kam die Übelkeit.
Mein Kopf war weit weg,
mein Körper schwer,
jeder Schritt zu viel,
zittern durch den ganzen Körper.

Die Nacht roch dann nach Notaufnahme,
nach Blutwerten und Sorgen.
„Leicht erhöht“, hieß es.
Es wird schon wieder.

Doch es wurde nicht besser.

Am Morgen schleppte ich mich
noch durch die Therapie,
bis mein Körper deutlicher sprach
als jeder Gedanke.

Wieder Krankenhaus.
Wieder Warten.
Wieder diese Frage:

War das meine Schuld?

Ich liege jetzt hier
wieder in meinem Bett,
wieder in meinem Zimmer,
und suche nach einer Antwort.

Vielleicht ist die Wahrheit:

Ich bin nicht gescheitert.

Ich habe gelernt,
dass Freude manchmal alles andere
in den Hintergrund rückt.
Dass ich Erinnerungen brauche,
wenn mein Kopf zu voll ist.
Dass Fürsorge nichts mit Schwäche zu tun hat.

Beim nächsten Mal
werde ich eine Flasche dabeihaben.
Werde mir Erinnerungen stellen.
Werde auf mich achten,
ohne mir das Lachen zu nehmen.

Denn ich will nicht weniger leben,
sondern besser auf mich aufpassen.

Und heute?

Heute ruhe ich mich aus.
Heute trinke ich Schluck für Schluck.
Heute vergebe ich mir.

Denn ein Fehler macht mich nicht kleiner.

Er erinnert mich nur daran,
dass ich Mensch bin.