Kreisen

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Kreisen

Meine Gedanken kennen keinen Stillstand.

Sie drehen ihre Runden,
immer wieder um dieselben Fragen,
dieselben Erinnerungen,
dieselben Ängste.

Sie finden jede offene Wunde,
auch wenn ich sie längst verbunden glaubte.

Manchmal fühlt es sich an,
als würden sie immer schneller werden.
Als gäbe es keinen Ausweg
aus diesem Kreis,
der mich festhält,
bis ich kaum noch unterscheiden kann,
was Wahrheit ist
und was nur die Stimme meiner Angst.

Dann beginnt der Kampf.

Kein Kampf, den jemand von außen sieht.
Kein Kampf mit erhobenen Fäusten.

Sondern einer,
bei dem jeder ruhige Atemzug zählt.
Jeder Schluck Wasser.
Jeder Schritt durch den Tag.
Jedes Ich bleibe,
das ich den Gedanken entgegensetze.

Denn sie wollen mich überzeugen,
dass alles verloren ist.
Dass ich zu müde bin.
Zu kaputt.
Zu spät.

Und ich kämpfe dagegen,
mit allem, was ich noch in mir finde.

Nicht weil ich stark bin.
Sondern weil ich weiß,
dass Gedanken gewinnen,
wenn niemand ihnen widerspricht.

Also widerspreche ich.

Immer wieder.

Auch an den Tagen,
an denen meine Stimme kaum hörbar ist.

Vielleicht werde ich diesen Kampf
morgen wieder führen müssen.

Vielleicht sogar übermorgen.

Aber heute
haben meine Gedanken nicht das letzte Wort.

Heute
bin ich noch hier.