Menschen, die mich auffangen, ohne mich festzuhalten
Es gibt Menschen,
die greifen nicht nach meinem Leben,
wenn ich falle.
Sie reißen mir den Schmerz nicht aus den Händen,
sie nehmen mir die Angst nicht weg,
sie versprechen nicht,
dass morgen alles gut wird.
Sie setzen sich einfach neben mich.
Sie hören zu,
wenn meine Gedanken sich im Kreis drehen.
Sie bleiben,
wenn Worte fehlen.
Und sie gehen nicht,
nur weil ich gerade selbst nicht weiß,
wohin mit mir.
Sie tragen mich nicht.
Aber sie erinnern mich daran,
dass meine Beine mich noch tragen können.
Sie drängen nicht.
Sie ziehen nicht.
Sie schieben nicht.
Sie geben mir Zeit,
meinen eigenen Rhythmus wiederzufinden.
Manchmal reicht ein Blick.
Manchmal ein Satz.
Manchmal nur das Wissen,
dass ich nicht allein bin.
Sie feiern nicht nur die großen Erfolge.
Sie sehen auch,
dass Aufstehen ein Sieg sein kann.
Dass ein Termin wahrzunehmen Mut kostet.
Dass ein Lächeln
nach einer schweren Nacht
mehr bedeutet,
als es von außen aussieht.
Sie halten mich nicht fest.
Denn sie wissen:
Heilung bedeutet nicht,
an jemanden gebunden zu sein.
Heilung bedeutet,
langsam wieder den Mut zu finden,
allein weiterzugehen.
Und vielleicht ist genau das
die größte Form von Liebe.
Einen Menschen aufzufangen,
wenn er fällt.
Ihn zu begleiten,
wenn der Weg steinig ist.
Und ihn loszulassen,
sobald seine eigenen Schritte
wieder sicher genug sind.
Ich hatte das Glück,
solchen Menschen zu begegnen.
Sie haben mich nicht gerettet.
Aber sie haben mir geholfen,
mich selbst wiederzufinden.