Sicherheit
Vierhundert Kilometer.
Manchmal klingt das nur nach einer Zahl.
Für mich fühlt es sich an
wie ein Stück Freiheit.
Zum ersten Mal seit langer Zeit
kann ich eine Straße entlanggehen,
ohne hinter jeder Straßenecke
eine Gefahr zu vermuten.
Ich muss nicht mehr ständig prüfen,
wer hinter mir läuft.
Muss nicht überlegen,
ob irgendwo jemand wartet.
Ich darf einfach gehen.
Ich sitze mit meiner Freundin
vor einem kleinen Café in der Sonne.
Zwischen uns stehen zwei Tassen Kaffee,
und plötzlich passiert etwas,
das lange nicht selbstverständlich war:
Ich lache.
Nicht vorsichtig.
Nicht mit angezogener Handbremse.
Sondern aus vollem Herzen.
Für einen Moment
gehört mein Blick nicht der Angst,
sondern dem Leben.
Die Menschen kommen und gehen.
Die Stadt atmet ihren eigenen Rhythmus.
Und ich merke,
dass Sicherheit nicht immer bedeutet,
dass nichts passieren kann.
Manchmal bedeutet Sicherheit,
genug Abstand zwischen sich
und dem zu bringen,
was einen verletzt hat.
Vierhundert Kilometer.
Genug Raum,
um wieder durchzuatmen.
Genug Raum,
um den Kopf zu heben.
Genug Raum,
um mich umzudrehen
und festzustellen:
Da ist niemand.
Nur die Sonne.
Der Kaffee.
Das Lachen meiner Freundin.
Und ich. ❤️