Wo bin ich zuhause?
Man fragt mich,
wo ich zuhause bin.
Früher hätte ich
eine Stadt genannt.
Eine Straße.
Ein Haus.
Heute weiß ich:
So einfach ist das nicht.
Zuhause riecht nach Erde
in meinen Blumentöpfen.
Nach einer Tasse Tee.
Nach Ruhe.
Nach Geborgenheit.
Es ist der Moment,
in dem mein Herz
für einen Augenblick
nicht auf der Flucht ist.
Halle war einmal so ein Ort.
Nicht perfekt.
Aber ein Ort,
an dem ich eine Version von mir kannte,
die Hoffnung hatte.
Die ein bisschen freier atmete.
Ich habe dieses Zuhause verloren.
Und trotzdem
bin ich heute
genau hier.
In meiner neuen Wohnung.
Zwischen Kartons,
die nach und nach verschwinden.
Zwischen Bildern,
Pflanzen
und kleinen Dekorationen,
die niemand braucht,
außer meinem Herzen.
Mit jedem Regal,
das seinen Platz findet,
zieht auch ein Stück von mir ein.
Es fühlt sich
schon nach mir an.
Vielleicht ist Zuhause
gar nicht der Ort,
an dem nie etwas fehlt.
Vielleicht ist Zuhause
der Ort,
an dem ich mich
trotz allem wiederfinde.
Und doch bleibt
eine Lücke.
Denn wenn ich an Halle denke,
denke ich nicht nur
an Straßen oder Häuser.
Ich denke an euch.
An Menschen,
die mich getragen haben,
als ich selbst kaum stehen konnte.
Halle fühlt sich noch immer
wie Zuhause an.
Aber ihr fehlt darin.
Vielleicht besteht mein Leben
gerade aus zwei Heimaten.
Die eine
habe ich zurückgelassen.
Die andere
baue ich
Pflanze für Pflanze,
Bild für Bild,
liebevolles Detail
für liebevolles Detail.
Und irgendwo dazwischen
suche ich nicht länger
den richtigen Ort.
Sondern den Weg
zurück zu mir.
Denn vielleicht
ist das das einzige Zuhause,
das mir niemand
mehr nehmen kann.