Zwischen zwei Uhr und Morgen

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Zwischen zwei Uhr und Morgen
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Die Nacht kennt jeden meiner Gedanken.
Sie nimmt sie auseinander,
dreht sie im Kreis,
bis ich selbst nicht mehr weiß,
wo die Angst endet
und ich beginne.

Der Umzug.
Das Geld.
Die Einsamkeit.
Jeder Gedanke klopft gleichzeitig an,
als hätte keiner Zeit,
auf den anderen zu warten.

Mein Körper ist erschöpft.
Nicht von einem Tag.
Nicht von einer Woche.
Sondern von all den Momenten,
in denen ich immer wieder
aufstehen musste.

Und irgendwann kommt sie,
diese eine Frage,
die ich nie einladen wollte.
Sie setzt sich schweigend
an meine Bettkante
und behauptet,
es gäbe keinen anderen Ausweg.

Ich glaube ihr nicht.
Aber manchmal klingt sie
erschreckend überzeugend.

Also bleibe ich liegen.
Mit einer Gewichtsdecke,
einem Film,
dem Licht des Fernsehers,
das die Dunkelheit
für einen Augenblick
auf Abstand hält.

Die Minuten ziehen vorbei.
Nicht leichter.
Aber auch nicht schlimmer.

Irgendwo zwischen Mitternacht
und dem ersten Morgenlicht
trifft nicht die Hoffnung ein.

Nur eine Entscheidung.

Noch eine Nacht.
Noch ein Atemzug.
Noch ein Morgen.

Nicht weil alles gut ist.
Sondern weil ich mir die Chance gebe,
dass es irgendwann
wieder gut werden kann.

Manchmal besteht Mut
nicht darin,
weiterzugehen.

Manchmal besteht Mut einfach darin,
zu bleiben,
bis die Nacht
ihre Macht verliert.